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Kerzenfarben: Bedeutung, Bräuche und sicheres Licht

Zwölf Farben, von Weiß bis Silber: was man ihnen heute zuschreibt, wo sie in deutschen Bräuchen auftauchen und wie du eine Kerze so anzündest, dass nichts passiert.

In diesem Artikel
  1. Farbbedeutungen sind Konvention
  2. Die zwölf Farben im Überblick
  3. Kerzen im deutschen Jahreslauf
  4. Sicher mit Feuer umgehen
  5. Was wir nicht empfehlen

Farbbedeutungen sind Konvention

Wenn in Büchern und im Netz steht, Grün bedeute Wachstum und Blau Ruhe, dann beschreibt das keine Naturgesetze und keine uralte Tradition. Die Farbtabellen für Kerzen sind überwiegend modern und stammen aus Ratgebern des 20. und 21. Jahrhunderts. Zwei Quellen nennen oft unterschiedliche Bedeutungen für dieselbe Farbe.

Das ist kein Mangel, sondern ein Hinweis: Du darfst die Farbe wählen, die zu deinem Anlass passt. Eine Kerze verspricht weder Geld noch Liebe noch Gesundheit. Sie gibt einem Moment einen Rahmen, und darin liegt ihr eigentlicher Nutzen.

Die zwölf Farben im Überblick

Jede Farbe hat eine eigene Seite mit Bedeutung, passenden Anlässen und Sicherheitshinweisen.

  • Weiß. Klarheit, Frieden, Taufe.
  • Rot. Wärme, Mut, Grablicht.
  • Rosa. Zuneigung, dritter Advent.
  • Gelb. Heiterkeit und Konzentration.
  • Orange. Kreativität, Herbst, Geselligkeit.
  • Grün. Wachstum und Tannengrün.
  • Blau. Ruhe und klare Worte.
  • Violett. Besinnung, Advent, Fastenzeit.
  • Schwarz. Trauer, Abschied, Schutz.
  • Braun. Erdung und Geborgenheit.
  • Gold. Festlichkeit und Dank.
  • Silber. Mondlicht und Eleganz.

Kerzen im deutschen Jahreslauf

Die Bräuche, in denen Kerzenfarben wirklich fest verankert sind, kommen aus der Kirche. Auf dem Adventskranz brennen in der Tradition drei violette und eine rosa Kerze; Violett steht für die Besinnung, Rosa für den Sonntag Gaudete. Der Kranz selbst ist jünger, als man denkt: Johann Hinrich Wichern stellte 1839 im Hamburger Rauhen Haus einen Holzreifen mit Kerzen auf. Viele Familien nehmen heute lieber Rot oder Weiß, und das ist völlig in Ordnung.

Die weiße Taufkerze wird an der Osterkerze entzündet, das Licht der Auferstehung geht so auf das Kind über. An Mariä Lichtmess am 2. Februar werden Kerzen gesegnet. Zu Allerheiligen und Allerseelen am 1. und 2. November leuchten auf den Friedhöfen unzählige Grablichter, meist in Rot oder Weiß. Am Totensonntag, dem letzten Sonntag vor dem Advent, gedenken evangelische Gemeinden ihrer Verstorbenen. Diese Bräuche haben eigene religiöse Bedeutungen, die sich nicht mit der Ratgeberliteratur decken.

Sicher mit Feuer umgehen

Unabhängig von der Farbe gelten dieselben Regeln. Eine brennende Kerze bleibt nie allein im Raum. Der Halter steht fest auf einer nicht brennbaren Fläche, Gardinen, Papier und trockene Zweige sind weit entfernt, Kinder und Haustiere kommen nicht heran. Kürze den Docht auf etwa fünf Millimeter und lösche mit einem Löschhütchen.

Teelichter, die dicht an dicht stehen, heizen sich gegenseitig auf, und das Wachs kann sich entzünden. Lass Platz dazwischen. Prüfe vor dem Schlafen oder Weggehen jeden Raum und halte für Notfälle eine Löschdecke bereit. Rauchmelder gehören in jede Wohnung und sollten regelmäßig getestet werden.

Was wir nicht empfehlen

Anleitungen, die über Kerzen einen anderen Menschen beeinflussen, binden oder schädigen sollen, lassen wir bewusst aus. Sie sind übergriffig, ihre Wirkung ist nicht belegt, und sie dienen oft dem Verkauf von Zubehör. Auch die schwarze Kerze wird bei uns ruhig eingeordnet: als Zeichen für Abschied oder Trauer, nicht als Werkzeug gegen andere.

Wenn du Kerzen gern mit Duft kombinierst, findest du Hinweise zu Harzen und Kräutern unter Räuchern. Auch dort gilt Sicherheit zuerst.

Häufige Fragen

Welche Kerzenfarbe ist für den Anfang geeignet?

Weiß passt zu fast allem und braucht keine besondere Deutung.

Muss ich mich an die Farbtabellen halten?

Nein. Sie sind moderne Konventionen und variieren von Quelle zu Quelle.