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Warum man den Neumond nicht sieht
Beim Neumond steht der Mond ungefähr zwischen Erde und Sonne. Seine beleuchtete Seite zeigt von uns weg, die uns zugewandte Seite liegt im Dunkeln. Weil er am Himmel nahe bei der Sonne bleibt, geht er mit ihr auf und unter und geht in ihrem Glanz unter. Selbst am Tag lässt er sich nicht erkennen.
Der Erdschatten hat damit nichts zu tun. Es ist allein die Geometrie der drei Himmelskörper. Ein bis zwei Tage später zeigt sich die erste dünne Sichel in der Abenddämmerung.
Sonnenfinsternis: das seltene Treffen
Jede Sonnenfinsternis findet bei Neumond statt, aber nicht jeder Neumond bringt eine. Die Mondbahn ist um etwa 5 Grad gegen die Erdbahn geneigt, daher läuft der Mondschatten meistens über oder unter der Erde vorbei.
Bei genauer Ausrichtung schiebt sich der Mond ganz oder teilweise vor die Sonne. Ohne zertifizierte Finsternisbrille in die Sonne zu schauen, ist gefährlich für die Augen, auch wenn die Sonne schon fast bedeckt ist. Mit der richtigen Ausrüstung ist es ein beeindruckendes Erlebnis.
Die beste Zeit für den Sternenhimmel
Wer gern Sterne beobachtet, hat jetzt die beste Gelegenheit. Ohne Mondlicht sieht man schwache Sterne, die Milchstraße und Sternhaufen deutlich besser, vorausgesetzt, du entfernst dich von der Stadtbeleuchtung. In Deutschland eignen sich zum Beispiel Sternenparks wie die Rhön, die Eifel oder der Naturpark Westhavelland; in den Alpen, etwa in Tirol oder im Engadin, ist der Himmel oft noch dunkler. Gib deinen Augen etwa zwanzig Minuten Zeit, sich an die Dunkelheit zu gewöhnen, und nutze am Handy den Rotlichtmodus.
Zudem wirken Sonne und Mond bei Neumond wie auch bei Vollmond in einer Linie auf die Meere. Das führt zu den Springfluten, den stärksten Gezeiten des Monats. An der Nordsee spürst du das im Wattenmeer besonders deutlich.
Neumond im Mondkalender und im Volksglauben
Viele Kalender beginnen den Monat mit dem Neumond. Das chinesische Neujahr fällt auf einen Neumond, ebenso der Beginn der jüdischen Monate. Im muslimischen Kalender beginnt der Monat mit der Sichtung der ersten Mondsichel, die frühestens etwa ein bis zwei Tage nach dem astronomischen Neumond zu sehen ist. Die Methoden unterscheiden sich je nach Land.
In Mondkalendern für Garten und Haushalt gilt der Neumond oft als Ruhetag, an dem man weder sät noch pflanzt. Das ist Volksglaube. Ein wissenschaftlicher Nachweis, dass die Mondphase Pflanzenwachstum beeinflusst, fehlt. Wenn du magst, nutze die Tage trotzdem als Anlass, den Garten in Ruhe zu planen.
Symbolik und ein kleines Ritual
In der heutigen spirituellen Praxis steht der Neumond für Vorsätze: ein leeres Blatt, auf dem du festhältst, was im kommenden Monat wachsen soll. Es ist ein Symbol, kein Naturgesetz, und es gibt keinen Nachweis für einen Einfluss auf Glück, Gesundheit oder Geld.
Zum Ausprobieren ohne Druck: Schreibe drei Wünsche für den Monat auf, zum Beispiel „sonntags spazieren gehen“, und lege den Zettel in eine Schublade. Beim nächsten Neumond liest du ihn wieder. Wenn du eine Kerze anzündest, stelle sie auf eine stabile Unterlage, fern von Vorhängen, und lasse sie nie unbeaufsichtigt brennen.
Häufige Fragen
Kann man den Mond bei Neumond sehen?
Mit bloßem Auge nicht. Er steht fast in Richtung der Sonne, und seine uns zugewandte Seite wird nicht beleuchtet. Am ersten oder zweiten Abend danach erscheint tief im Westen eine dünne Sichel.
Was ist ein Schwarzmond?
Einen einheitlichen astronomischen Begriff gibt es nicht. Meist ist der zweite Neumond innerhalb eines Kalendermonats gemeint, manchmal auch einfach ein Neumond.
Gibt es bei jedem Neumond eine Sonnenfinsternis?
Nein, nur wenige Male im Jahr. Die Mondbahn ist geneigt, und der Schatten verfehlt die Erde meistens. Eine Sonnenfinsternis ist aber nur bei Neumond möglich.
Ist der Neumond ein guter Tag zum Säen oder Haareschneiden?
Mondkalender raten eher zur Ruhe, doch das ist Volksglaube. Ein wissenschaftlicher Beleg für einen Einfluss auf Pflanzen oder Haare fehlt.