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Was eine Konjunktion ist
Eine Konjunktion nennen Astronominnen und Astronomen den Moment, in dem zwei Himmelskörper dieselbe ekliptikale Länge haben. Von der Erde aus gesehen stehen sie dann auf einer gemeinsamen Linie, einer von Westen nach Osten verlaufenden Bahn am Himmel, auf der Sonne, Mond und Planeten wandern. Einer der beiden steht dabei meist etwas nördlicher oder südlicher als der andere, und genau diesen Rest nennt die Tabelle „Abstand“.
Wichtig ist: Es handelt sich um einen reinen Blickwinkeleffekt. Die Planeten befinden sich in Wirklichkeit weiterhin Hunderte Millionen Kilometer voneinander entfernt, oft sogar mehr als eine halbe Milliarde. Venus liegt viel näher an der Sonne als Jupiter, und zwischen ihnen liegt eine gewaltige Leere. Wir sehen sie nur gerade in derselben Richtung, so wie zwei Laternen in verschiedener Entfernung hintereinander wirken können.
Der Mond bei den Planeten
Unter der Planetentabelle steht eine zweite: die Nächte, in denen der Mond weniger als 2° an Venus, Mars, Jupiter oder Saturn vorbeizieht. Solche Begegnungen gibt es mit jedem Planeten jeden Monat, meist aber mit großem Abstand; die Tabelle zeigt nur die engen, die nicht im Sonnenlicht untergehen.
Sie sind am leichtesten zu finden: Erst den Mond suchen, der helle „Stern“ daneben ist der Planet. Weil der Mond uns nahe ist, verschiebt sich seine Position je nach Beobachtungsort, der Abstand kann daher um bis zu etwa ein Grad abweichen. Bei den engsten Begegnungen sieht man in manchen Regionen, wie der Mond den Planeten eine Weile verdeckt – eine Bedeckung.
So liest du die Tabelle
Die Spalte „Abstand“ gibt an, wie viele Grad die beiden Planeten am Himmel trennen, und zwar an dem Tag, an dem sie dieselbe ekliptikale Länge teilen. Zur Orientierung: Ein Grad entspricht etwa der Breite von zwei Vollmonden nebeneinander, eine ausgestreckte Faust deckt rund zehn Grad ab. Ein Abstand unter einem Grad bedeutet also, dass beide in einem einzigen Fernglasbild Platz finden, oft sogar im selben Bildfeld eines kleinen Teleskops.
Die letzte Spalte sagt, wo du suchen musst. „Abendhimmel“ heißt: kurz nach Sonnenuntergang tief im Westen. „Morgenhimmel“ heißt: vor Sonnenaufgang im Osten. „Zu nah an der Sonne“ bedeutet, dass die Begegnung im Tageslicht stattfindet und nicht beobachtbar ist, auch wenn sie rechnerisch stattfindet. Die Nächte davor und danach sind ohnehin oft schöner, weil du den Abstand schrumpfen und wieder wachsen siehst.
Welche Paare die Tabelle enthält
Die Seite konzentriert sich auf die hellen Planeten, die mit bloßem Auge leicht auffallen. Zu jedem Paar gibt es eine eigene Seite mit den Zeilen nur dieses Paares und einer Erklärung:
- Venus und Jupiter. Die zwei hellsten Planeten, ein Treffen etwa einmal im Jahr, manchmal auch zweimal.
- Mars und Jupiter. Kehren ungefähr alle zwei Jahre wieder, der rötliche Mars neben dem gelblich-weißen Riesen.
- Venus und Saturn. Ein heller Planet neben einem ruhigen, blassgelben Begleiter, der eine hübsche Gegenüberstellung bietet.
- Jupiter und Saturn. Die Große Konjunktion, die nur etwa alle zwanzig Jahre eintritt und daher etwas ganz Besonderes ist.
Die hellsten Himmelskörper nach dem Mond
Venus ist nach Sonne und Mond das hellste Objekt am Himmel, Jupiter folgt auf dem zweiten Platz unter den Planeten. Deshalb fällt eine Begegnung der beiden selbst in einer Stadt mit viel Streulicht auf. Saturn und Mars sind schwächer, aber ebenfalls leicht zu sehen, sobald du weißt, wo sie stehen. Alle vier erscheinen als ruhige Lichtpunkte ohne das Flackern, das Fixsterne zeigen.
Mit einem Fernglas erkennst du bei Jupiter bis zu vier kleine Lichtpunkte in einer Reihe, seine großen Monde. Bei einer Konjunktion mit Venus oder Mars ist das ein schöner Anlass, beide im selben Blickfeld zu sehen. Ein stabiles Stativ oder eine feste Auflage hilft, denn schon leichtes Zittern verwischt die Monde.
Wie oft sie vorkommen und warum
Die Häufigkeit hängt von den Umlaufzeiten ab. Venus umrundet die Sonne schnell und überholt Jupiter deshalb etwa einmal im Jahr, manchmal zweimal, wenn Jupiters Bahn und Venus’ Rückläufigkeit günstig zusammenfallen. Mars braucht rund zwei Jahre für seinen Umlauf und holt Jupiter ungefähr alle zwei Jahre ein. Jupiter und Saturn sind langsam und treffen sich nur alle zwanzig Jahre. Wer wissen möchte, warum Planeten scheinbar rückwärts laufen, findet die Erklärung auf der Seite zu den rückläufigen Planeten.
Eine Konjunktion kommt nicht auf Bestellung, aber sie lässt sich Jahre im Voraus berechnen. Die Tabelle auf dieser Seite wird aus den Bahndaten der Planeten erzeugt. Sie nennt die Tage, an denen die ekliptikalen Längen übereinstimmen. Die nahesten Annäherungen am Himmel können um Stunden abweichen, weil auch die Breiten eine Rolle spielen.
Astrologie und Wissenschaft
In der westlichen Astrologie gilt eine Konjunktion als Verschmelzung der Kräfte zweier Planeten. Venus mit Jupiter wird traditionell mit Glück und Großzügigkeit verbunden, Mars mit Jupiter mit Tatkraft, Venus mit Saturn mit Beständigkeit in Beziehungen und Jupiter mit Saturn mit Zyklen von Wachstum und Struktur. Das sind kulturelle Deutungen und schöne Überlieferung. Die Astrologie hat keine nachgewiesene wissenschaftliche Grundlage.
Ebenso gilt: Eine Konjunktion hat keine gravitativen oder sonstigen Auswirkungen auf die Erde. Die Planeten sind dafür viel zu weit entfernt. Du kannst sie also einfach als Schauspiel genießen. Weitere Orientierung bieten die Seiten zu den Sternzeichen, zu den Mondphasen und zu den Finsternissen.
So beobachtest du eine Konjunktion
Suche dir einen Ort mit freiem Horizont in der Richtung, die die Tabelle nennt. Bei Abendbegegnungen lohnt es sich, schon zwanzig Minuten nach Sonnenuntergang zu schauen, denn die Planeten stehen tief und gehen bald unter. Morgens kommst du am besten gut eine Stunde vor Sonnenaufgang. Eine App oder Sternkarte hilft bei der Orientierung, aber meist verrät schon das helle Licht, wo du hinsehen musst.
Das Schönste ist ein Vergleich über mehrere Tage: Wie rücken die Planeten zusammen, und wie trennen sie sich wieder? Mach jeden Abend ein Foto vom selben Ausschnitt, dann siehst du die Bewegung wie in einem Daumenkino. So wird aus einem einzelnen Datum ein kleines, eigenes Beobachtungsprojekt.
Häufige Fragen
Stoßen die Planeten bei einer Konjunktion zusammen?
Nein. Sie bleiben Hunderte Millionen Kilometer voneinander entfernt. Es ist ein reiner Blickwinkeleffekt von der Erde aus.
Wie groß ist ein Grad am Himmel?
Etwa die Breite von zwei Vollmonden nebeneinander. Eine ausgestreckte Faust misst rund zehn Grad.
Brauche ich ein Fernglas?
Nein, helle Planeten sieht man mit bloßem Auge. Ein Fernglas zeigt dir aber die großen Monde des Jupiters.
Hat eine Konjunktion Einfluss auf mein Leben?
Die Astrologie deutet sie traditionell, belegt ist aber nichts. Die Planeten wirken nicht auf die Erde.