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Was diese vier Momente markieren
Bei einer Tagundnachtgleiche (Äquinoktium) überquert die Sonne den Himmelsäquator. Tag und Nacht sind dann auf der ganzen Erde ungefähr gleich lang. Bei einer Sonnenwende (Solstitium) steht die Sonne an ihrem nördlichsten oder südlichsten Punkt: Für die eine Halbkugel ist es der längste Tag, für die andere der kürzeste.
Zwei Tagundnachtgleichen und zwei Sonnenwenden teilen das Sonnenjahr in die astronomischen Jahreszeiten.
Die vier Seiten im Überblick
- Frühlings-Tagundnachtgleiche. Um den 20. März: Tag und Nacht halten sich die Waage, im Norden beginnt der Frühling.
- Sommersonnenwende. Um den 21. Juni: der längste Tag im Norden, der kürzeste im Süden.
- Herbst-Tagundnachtgleiche. Um den 22. oder 23. September: noch einmal gleich lange Tage und Nächte, dann werden die Nächte länger.
- Wintersonnenwende. Um den 21. Dezember: die längste Nacht im Norden, danach kehrt das Licht zurück.
Warum das Datum wandert
Die Erde braucht etwas mehr als 365 Tage für einen Umlauf um die Sonne, der Kalender zählt aber ganze Tage. Durch die Schaltjahre springt der Zeitpunkt jedes Jahr um einige Stunden vor und im Schaltjahr wieder zurück. So fallen die vier Termine auf einen Tag zwischen dem 19. und dem 23. des jeweiligen Monats.
Deshalb nennt die Tabelle einen genauen Zeitpunkt statt eines festen Datums. Je nach Zeitzone kann sich auch der angezeigte Tag verschieben.
Die Neigung entscheidet, nicht die Entfernung
Oft heißt es, im Sommer sei die Erde der Sonne näher. Das stimmt nicht: Ihren sonnennächsten Punkt erreicht sie Anfang Januar. Die Jahreszeiten entstehen durch die Neigung der Erdachse von etwa 23,4 Grad. Sie sorgt dafür, dass abwechselnd die eine und die andere Halbkugel steilere Strahlen und längere Tage bekommt.
Norden und Süden: die umgekehrten Jahreszeiten
Die Namen auf dieser Seite gelten für die Nordhalbkugel. Südlich des Äquators ist alles vertauscht: Die Sonnenwende im Juni beginnt dort den Winter, die im Dezember den Sommer, und die Tagundnachtgleiche im März bedeutet Herbstanfang. In Brasilien, Argentinien, Chile, Südafrika oder Australien liest du Frühling und Herbst, Sommer und Winter also jeweils vertauscht.
Die Meteorologen lassen die Jahreszeiten früher beginnen, nämlich am 1. März, 1. Juni, 1. September und 1. Dezember, damit die Zeitabschnitte gleichmäßig sind. Die astronomischen Jahreszeiten hier folgen dem Stand der Sonne.
Bräuche und Überlieferung
Überall wurden diese Wendepunkte gefeiert: Nowruz im Iran, Higan in Japan, Mittsommer in Schweden und Finnland, Stonehenge mit seiner Ausrichtung auf den Sonnenaufgang. Im Jahreslauf der Naturreligionen sind sie feste Stationen, nachzulesen bei den Jahreskreisfesten und beim Jahreskreis. Die westliche Astrologie lässt mit der Frühlings-Tagundnachtgleiche den tropischen Tierkreis beginnen. Das sind Überlieferungen, die du als Kulturgut kennen darfst, ohne dass sie etwas an der Himmelsmechanik ändern.
Den Rhythmus des Mondes beschreiben die Mondphasen, weitere Termine am Himmel die Finsternisse.
Häufige Fragen
Sind Tag und Nacht bei der Tagundnachtgleiche wirklich gleich lang?
Nur ungefähr. Wegen der Lichtbrechung in der Atmosphäre und der Definition des Sonnenaufgangs liegt der genaue Gleichstand einige Tage vor oder nach dem Termin.
Warum ändert sich das Datum?
Weil das Sonnenjahr keine ganze Zahl von Tagen hat. Mit den Schaltjahren verschiebt sich der Zeitpunkt, sodass er zwischen dem 19. und 23. des Monats liegt.
Gelten die Jahreszeiten auch auf der Südhalbkugel?
Dort sind sie vertauscht: Ist im Norden Sommer, ist im Süden Winter, und umgekehrt.