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Warum es Finsternisse gibt
Eine Finsternis entsteht, wenn Sonne, Erde und Mond fast auf einer Linie stehen. Bei Neumond kann der Mond vor die Sonne treten, bei Vollmond in den Schatten der Erde eintauchen. Dass das nicht jeden Monat passiert, liegt an der Bahn des Mondes: Sie ist um etwa fünf Grad gegen die Erdbahn geneigt, und meist läuft der Mond ein Stück darüber oder darunter vorbei.
Nur nahe den Knoten, den beiden Schnittpunkten der Bahnen, passt die Ausrichtung. Das geschieht in sogenannten Finsternisjahreszeiten, ungefähr alle sechs Monate. Den Grundrhythmus des Mondes erklären unsere Mondphasen.
Die sechs Arten im Überblick
Dazu kommen hybride Finsternisse: Auf einem Teil ihres Weges sind sie ringförmig, auf einem anderen total, je nach Krümmung der Erde.
- Totale Sonnenfinsternis. Der Mond verdeckt die Sonnenscheibe ganz, es wird dämmrig und die Korona erscheint.
- Ringförmige Sonnenfinsternis. Der Mond ist zu weit weg und lässt einen leuchtenden Ring übrig.
- Partielle Sonnenfinsternis. Nur ein Teil der Sonne wird verdeckt, sie wirkt angebissen.
- Totale Mondfinsternis. Der ganze Mond taucht in den Erdschatten und färbt sich rot.
- Partielle Mondfinsternis. Nur ein Teil des Mondes gerät in den Kernschatten.
- Halbschatten-Mondfinsternis. Eine sehr schwache Abdunklung, kaum zu bemerken.
Die totalen Sonnenfinsternisse im Blick
In der Zeit der Tabelle gibt es drei totale Sonnenfinsternisse, und zwei davon liegen direkt vor Europas Haustür. Am 12. August 2026 verläuft die Totalität über Grönland, Island und Nordspanien, mit einer Dauer von gut zwei Minuten; in großen Teilen Europas, auch in Deutschland, ist sie partiell zu sehen. Am 2. August 2027 zieht der Kernschatten über Südspanien und Gibraltar, dann über Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten, Saudi-Arabien, den Jemen und Somalia. In der Nähe von Luxor dauert die Totalität rund 6 Minuten und 23 Sekunden, eine der längsten des Jahrhunderts.
Am 22. Juli 2028 liegen Australien, Sydney eingeschlossen, und die Südinsel Neuseelands im Schatten. Wege und Zeiten im Detail findest du auf der Seite zur totalen Sonnenfinsternis.
Mondfinsternisse: für alle ungefährlich
Eine Mondfinsternis ist von der gesamten Nachthälfte der Erde sichtbar, in der der Mond über dem Horizont steht, und dauert mehrere Stunden. Du kannst sie ohne jeden Schutz mit bloßem Auge, Fernglas oder Teleskop verfolgen. Bei Sonnenfinsternissen ist das anders; die Regeln stehen auf der Seite Sonnenfinsternis sicher beobachten.
Ob eine Finsternis aus der Tabelle bei dir zu sehen ist, verraten die Sternwarten: Die Sichtbarkeit hängt vom Ort ab, und nur in der schmalen Totalitätszone wird die Sonne ganz verdeckt.
Ein Rhythmus aus achtzehn Jahren
Finsternisse wiederholen sich im Saros-Zyklus von etwa achtzehn Jahren und elf Tagen. Danach stehen Sonne, Erde und Mond fast wieder gleich. Schon antike Himmelsbeobachter kannten diesen Rhythmus.
Viele Kulturen erzählten von einem Wesen, das Sonne oder Mond verschlingt, und machten Lärm, um es zu vertreiben. Die Astrologie liest Finsternisse symbolisch als Wendepunkte und Neuanfänge. Das sind Überlieferungen, die Respekt verdienen, mit der Himmelsmechanik aber nichts zu tun haben und keinen Grund zur Angst geben.
Häufige Fragen
Wie viele Finsternisse gibt es pro Jahr?
Zwischen vier und sieben, Sonnen- und Mondfinsternisse zusammengezählt, darunter mindestens zwei Sonnenfinsternisse. Sie bündeln sich in zwei Jahreszeiten im Abstand von etwa einem halben Jahr.
Warum gibt es nicht bei jedem Neumond eine Finsternis?
Weil die Mondbahn um etwa fünf Grad geneigt ist. Meist läuft der Mondschatten über oder unter der Erde vorbei.
Sind Mondfinsternisse gefährlich für die Augen?
Nein, du kannst sie ohne Schutz beobachten. Nur bei Sonnenfinsternissen brauchst du Schutz.
Welche totale Sonnenfinsternis kann ich von Deutschland aus erreichen?
Die vom 12. August 2026 ist in Deutschland nur partiell. Die Totalität liegt in Nordspanien; Südspanien folgt am 2. August 2027.