In diesem Artikel
Zwei Leuchtfeuer begegnen sich
Nach Sonne und Mond ist Venus das hellste Objekt am Himmel, Jupiter der zweithellste Planet. Kommen beide in dieselbe Himmelsrichtung, entsteht ein Anblick, der selbst Menschen auffällt, die sonst nie zum Himmel schauen. Venus strahlt weißlich und scharf, Jupiter etwas ruhiger und gelblich-weiß. Dank des Helligkeitsunterschieds erkennst du sie leicht auseinander, auch wenn sie nur wenige Grad trennen.
Es ist wichtig zu wissen, dass es sich um einen Effekt der Blickrichtung handelt. Venus ist der Erde vergleichsweise nah, Jupiter liegt mehrere hundert Millionen Kilometer weiter draußen, und zwischen den beiden liegen immer noch gewaltige Distanzen. Auf einer Konjunktion liegen sie nur zufällig auf derselben Sichtlinie.
Wie du die Tabelle nutzt
Die Zeilen oben nennen das Datum, an dem Venus und Jupiter dieselbe ekliptikale Länge teilen. Der Abstand zeigt, wie nah sie sich dann sind. Ein Grad entspricht etwa zwei Vollmondbreiten, ein Abstand von weniger als einem Grad passt bequem in ein Fernglasbild. Steht in der Spalte „Abendhimmel“, suchst du kurz nach Sonnenuntergang tief im Westen; bei „Morgenhimmel“ schaust du vor Sonnenaufgang nach Osten.
Steht dort „zu nah an der Sonne“, ist die Begegnung zwar berechnet, aber nicht zu sehen, weil das Tageslicht beide überstrahlt. Schau dann ein paar Wochen früher oder später: Die Annäherung baut sich langsam auf, und schon vor der eigentlichen Konjunktion lohnt sich der Blick. Wenn die Tabelle für dieses Paar keine Zeile enthält, liegt gerade keine Begegnung im berechneten Zeitraum.
Warum es etwa jährlich passiert
Venus ist schnell: Sie umrundet die Sonne in gut sieben Monaten. Jupiter braucht für seinen Umlauf fast zwölf Jahre und scheint dadurch fast stillzustehen. Weil Venus im Lauf eines Jahres alle Sternbilder der Ekliptik durchläuft, holt sie Jupiter etwa einmal im Jahr ein. Gelegentlich kommt es zu einer zweiten Begegnung, wenn Venus wegen ihrer scheinbaren Schleifenbahn zurückkehrt und Jupiter noch einmal überholt.
Die Rückläufigkeit ist dabei ebenfalls nur ein Perspektiveffekt, den du auf der Seite zur rückläufigen Venus nachlesen kannst. Die Bewegung der Planeten ist völlig regelmäßig, daher lässt sich jede Konjunktion lange vorher berechnen.
Fernglas und Fotografie
Mit einem Fernglas siehst du neben dem hellen Jupiter bis zu vier winzige Lichtpunkte, seine großen Monde Io, Europa, Ganymed und Kallisto. Sie sind jede Nacht anders angeordnet. Venus erscheint im Fernglas oft als kleine Sichel oder Scheibe, je nach Stellung. Beide gemeinsam im Bildfeld zu haben, ist ein hübscher Moment.
Für Fotos genügt oft schon das Handy auf einem Stativ, wenn du einen markanten Vordergrund wie einen Baum oder eine Kirche einbaust. Belichte kurz, denn beide Planeten sind sehr hell und brennen schnell aus. Fotografiere mehrere Abende hintereinander, dann zeigt die Serie, wie die Planeten zusammenrücken und wieder auseinanderziehen.
Deutung in der Astrologie
In der westlichen Astrologie steht Venus für Liebe, Schönheit und Harmonie, Jupiter für Wachstum, Glück und Großzügigkeit. Ihre Konjunktion gilt deshalb traditionell als besonders günstig, als „große Wohltäterin“ der Beziehungen und des Genusses. In China hießen die beiden Planeten Taibai und Suixing, doch das ist eine andere Überlieferung.
Nimm das als Tradition, nicht als Vorhersage: Die Astrologie hat keine nachgewiesene wissenschaftliche Grundlage. Ob ein Treffen der beiden Lichter dein Jahr verändert, entscheidet am Ende nicht der Himmel, sondern das, was du daraus machst. Als Anlass, den Blick zu heben, ist es schon wertvoll genug.
Häufige Fragen
Wie oft treffen sich Venus und Jupiter?
Etwa einmal im Jahr, manchmal zweimal. Die genauen Termine siehst du in der Tabelle auf dieser Seite.
Wie weit sind die beiden wirklich voneinander entfernt?
Mehrere hundert Millionen Kilometer. Sie stehen nur aus Sicht der Erde dicht beieinander.
Welcher Planet ist heller?
Venus. Jupiter ist der zweithellste Planet, aber deutlich schwächer.
Sieht man die Jupitermonde mit dem Fernglas?
Ja, bis zu vier kleine Punkte neben dem Planeten, wenn das Fernglas ruhig gehalten wird.