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Obsidian: Vulkanglas mit scharfer Kante und langer Geschichte

Obsidian ist streng genommen kein Kristall, sondern erstarrtes Magma. Seine schwarze, glänzende Oberfläche begleitet die Menschheit seit der Steinzeit.

FarbeSchwarz, auch braun, grau oder mit SchimmerMohshärteEtwa 5 bis 5,5ArtNatürliches vulkanisches Glas, kein Mineral mit KristallstrukturSchlagworteKlarheit, Ehrlichkeit, Selbstreflexion

Sternzeichen, die oft mit diesem Stein verbunden werden: ♏︎ Skorpion →

In diesem Artikel
  1. Glas aus dem Vulkan
  2. Symbolik in der Kristallkultur
  3. Im Alltag
  4. Pflege
  5. Sorten und Echtheit
  6. Kombinationen

Glas aus dem Vulkan

Obsidian entsteht, wenn kieselsäurereiche Lava so schnell abkühlt, dass sich keine Kristalle bilden können. Übrig bleibt ein natürliches Glas. Der Bruch ist muschelig und sehr scharf, genau deshalb war der Stein für prähistorische Menschen ein beliebtes Material für Klingen und Pfeilspitzen. In Europa sind unter anderem Fundorte auf Inseln im Mittelmeer bekannt.

Symbolik in der Kristallkultur

Wegen der spiegelnden Fläche wird dem Obsidian die Rolle des Spiegelsteins zugeschrieben. Er steht in der Tradition für Ehrlichkeit mit sich selbst, für einen klaren und manchmal unbequemen Blick. Das passt zur Kulturgeschichte: In mittelamerikanischen Kulturen wurden polierte Obsidianspiegel für rituelle Zwecke benutzt.

Im Alltag

Beliebt sind polierte Kugeln, Handschmeichler und kleine Pyramiden, auch rohe, scharfkantige Stücke für die Vitrine. Manche halten den Stein beim Journaling in der Hand und schreiben auf, was sie nicht aussprechen mögen. Das ist ein Ritual, das du dir selbst gibst. Für eine Heilwirkung existiert kein wissenschaftlicher Beleg.

Pflege

Mit Härte 5 bis 5,5 ist Obsidian eher empfindlich. Er verkratzt leichter als Quarz und kann bei Stößen oder Temperaturschock splittern. Gehe vorsichtig mit rohen Stücken um, sie sind scharf wie Glasscherben. Reinigen kannst du mit einem feuchten Tuch, anschließend trocken reiben. Das Aufstellen bei Vollmond ist ein Ritual, das du frei halten kannst.

Sorten und Echtheit

Bekannt sind Schneeflocken-Obsidian mit weißen Einschlüssen, Regenbogen-Obsidian mit Farbschimmer und Mahagoni-Obsidian mit rotbraunen Zonen. Käufliche „Apachentränen“ sind runde Obsidianknollen. Achtung: Auch schwarzes Flaschenglas wird als Obsidian angeboten. Häufig verrät es sich durch Luftbläschen und sehr gleichmäßige Form.

Kombinationen

Als dunkler Gegenpol gefällt Obsidian neben Bergkristall und Selenit. Mit Rauchquarz ergibt sich ein Set in Schwarz- und Brauntönen.

Wenn du Obsidian zum ersten Mal in der Hand hältst, merkst du, wie leicht er im Verhältnis zu Metallen wirkt und wie glatt er ist. Polierte Stücke zeigen manchmal einen goldenen oder silbernen Glanz, der von winzigen Gasbläschen oder Kristallchen im Glas herrührt. Er ist ein gutes Beispiel dafür, wie Geologie und Kulturgeschichte in einem einzigen Stein zusammenkommen.

Häufige Fragen

Ist Obsidian ein Kristall?

Nein, er ist ein Glas ohne regelmäßige Kristallstruktur. Im Handel wird er dennoch den Kristallen zugerechnet.

Was sind Apachentränen?

Das sind kleine, runde Obsidianstücke, die gegen Licht bräunlich durchscheinen. Der Name ist Handelsbezeichnung.

Kann ich Obsidian als Schmuck tragen?

Ja, aber er ist spröde. Armbänder oder Ringe verkratzen und können bei Stößen beschädigt werden.

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