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Sonnenfinsternis beobachten, ohne die Augen zu verbrennen

Eine Sonnenfinsternis ist ein großes Erlebnis, doch die Sonne bleibt gefährlich, selbst wenn sie größtenteils verdeckt ist. Hier die einfachen Regeln, mit denen du und deine Kinder das Schauspiel sicher genießen.

In diesem Artikel
  1. Die Grundregel
  2. Die Finsternisbrille
  3. Fernglas, Teleskop und Kamera
  4. Indirekte Methoden
  5. Je nach Art der Finsternis

Die Grundregel

Schau niemals mit bloßem Auge in die Sonne, auch nicht, wenn sie fast ganz bedeckt ist. Die übrig bleibende Strahlung reicht, um die Netzhaut zu schädigen, und das geschieht schmerzfrei: Man spricht von Sonnenretinopathie. Der Schaden zeigt sich oft erst Stunden später als dunkler oder verschwommener Fleck in der Sehmitte, manchmal dauerhaft.

Die einzige Ausnahme ist die kurze Totalität einer totalen Sonnenfinsternis, wenn der Mond die Sonne ganz verdeckt. Sobald der erste Lichtblitz zurückkehrt, setzt du die Brille wieder auf.

Die Finsternisbrille

Wähle eine Brille mit dem Aufdruck der Norm ISO 12312-2 und dem Namen des Herstellers. Halte sie vor dem Gebrauch gegen das Licht: Siehst du Schlitze, Kratzer oder Löcher, wirf sie weg. Sie muss deine Augen vollständig abdecken, und Kinder brauchen beim Aufsetzen Hilfe.

Ersetze sie nie durch gewöhnliche Sonnenbrillen, auch nicht sehr dunkle, und nicht durch Rauchglas, Röntgenbilder, Filmnegative oder eine CD: Nichts davon schützt ausreichend.

Fernglas, Teleskop und Kamera

Diese Geräte bündeln das Licht und können fast sofort Verbrennungen verursachen. Du brauchst einen eigens dafür gebauten Sonnenfilter, der vorne am Gerät sitzt, auf der Sonnenseite, nicht hinter dem Okular.

Finsternisbrillen ersetzen diesen Filter nicht: Du schaust nie durch ein ungefiltertes Gerät, auch nicht mit Brille auf der Nase. Dasselbe gilt für den Kamerasucher oder das Smartphone-Display, wenn das Objektiv ohne Schutz auf die Sonne zielt.

Indirekte Methoden

Diese Verfahren sind sicher, weil du das projizierte Bild ansiehst und nie die Sonne selbst.

  • Lochkamera. Stich ein kleines Loch in einen Karton, halte ihn mit dem Rücken zur Sonne und beobachte das Bild auf einem Blatt.
  • Nudelsieb oder Laub. Die vielen Löcher zeichnen kleine Sicheln auf den Boden.
  • Projektionskasten. Ein Karton mit Loch auf der einen und weißem Schirm auf der anderen Seite eignet sich für Gruppen.

Je nach Art der Finsternis

Bei einer ringförmigen oder partiellen Finsternis nimmst du die Brille zu keinem Zeitpunkt ab, denn es bleibt immer ein heller Teil der Sonne. Übe vorher, die Brille aufzusetzen und dann den Kopf zum Himmel zu heben, und sag den Kindern Bescheid.

Mondfinsternisse brauchen dagegen keinen Schutz, zum Beispiel die totale Mondfinsternis. Und: Kinder immer beaufsichtigen, ein Erwachsener prüft ihre Brille. Den Terminkalender findest du in der Übersicht zu den Finsternissen.

Häufige Fragen

Reicht meine Sonnenbrille?

Nein. Auch sehr dunkle lassen viel zu viel Strahlung durch. Nur Brillen nach ISO 12312-2 sind geeignet.

Wann darf ich die Brille abnehmen?

Nur während der Totalität einer totalen Sonnenfinsternis, wenn die Sonne ganz verdeckt ist. Beim ersten Lichtblitz setzt du sie sofort wieder auf.

Kann ich mit der Finsternisbrille durchs Fernglas schauen?

Nein. Ein Fernglas braucht einen eigenen Sonnenfilter vor dem Objektiv. Die Brille allein schützt in diesem Fall nicht.

Woran merke ich einen Schaden?

Er kann schmerzlos sein. Bemerkst du nach dem Beobachten einen Fleck oder verzerrtes Sehen, geh bald zum Augenarzt.

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