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Wie der Mond die Sonne ganz verdeckt
Die Sonne ist etwa vierhundertmal so groß wie der Mond, aber auch etwa vierhundertmal weiter entfernt. Von der Erde aus erscheinen beide Scheiben deshalb nahezu gleich groß. Ist der Mond bei Neumond nah genug, kann er die Sonne ganz bedecken: Das ist eine totale Finsternis.
Der Kernschatten des Mondes trifft nur einen schmalen Streifen der Erde. Außerhalb davon siehst du eine partielle Finsternis. Ist der Mond zu weit entfernt, wird daraus eine ringförmige Finsternis.
Der Ablauf vor Ort
Zuerst kommt der erste Kontakt: Ein kleines Stück beißt in den Sonnenrand. Über mehr als eine Stunde wächst der verdeckte Teil, das Licht wird fahler, Schatten werden schärfer und die Temperatur sinkt um einige Grad. Kurz vor der Totalität laufen manchmal wellige Schattenbänder über den Boden.
Dann beginnt die Totalität: Der Himmel dunkelt, helle Planeten und einzelne Sterne treten hervor, und die perlweiße Korona umgibt die schwarze Scheibe. Tiere werden still oder unruhig. Beim ersten Lichtblitz des Sonnenrands, dem Diamantring, ist die Totalität vorbei, und die Brille muss wieder auf.
Die kommenden Totalitäten
Am 12. August 2026 verläuft die Totalität über Grönland, Island und Nordspanien, mit einem Maximum von gut zwei Minuten. In Deutschland ist die Finsternis partiell. In Spanien steht die Sonne bei der Totalität tief, du brauchst also einen freien Westhorizont.
Am 2. August 2027 zieht die Zone über Südspanien und Gibraltar, Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten, Saudi-Arabien, den Jemen und Somalia. Nahe Luxor dauert die Totalität rund 6 Minuten und 23 Sekunden, eine der längsten des Jahrhunderts.
Am 22. Juli 2028 folgen Australien, Sydney eingeschlossen, und die Südinsel Neuseelands. Für alle anderen Finsternisse gilt: Die Sichtbarkeit hängt vom Ort ab, die Sternwarten veröffentlichen die Karten.
Sicher hinschauen
In allen partiellen Phasen schaust du niemals ohne Sonnenfinsternisbrille nach ISO 12312-2 in die Sonne; gewöhnliche Sonnenbrillen schützen nicht. Nur während der kurzen Totalität, wenn die Sonne ganz verdeckt ist, darfst du die Brille abnehmen; sobald der erste Lichtpunkt zurückkehrt, setzt du sie wieder auf. Fernglas, Teleskop und Kamera brauchen zusätzlich einen Sonnenfilter vorne am Gerät, auch wenn du eine Finsternisbrille trägst. Beaufsichtige Kinder: Netzhautschäden können schmerzlos sein. Alles Weitere steht auf der Seite Sonnenfinsternis sicher beobachten.
Ein praktischer Tipp: Komm früh an und verlass dich bei unsicherem Wetter nicht auf einen einzigen Standort.
Was die Kulturen erzählen
In vielen Überlieferungen verschlingt ein Tier oder Dämon die Sonne, den man mit Lärm vertreibt. Die Astrologie deutet eine totale Finsternis als symbolischen Umbruch. Das gehört in die Welt der Bilder: Die Finsternis selbst ist eine berechenbare Ausrichtung, die sich Jahrhunderte vorher bestimmen lässt. Einen Gesamtüberblick bieten die Finsternisse.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Totalität?
Von wenigen Sekunden bis über sieben Minuten, je nach Finsternis und Ort. Am 12. August 2026 sind es maximal gut zwei Minuten, am 2. August 2027 nahe Luxor rund 6 Minuten und 23 Sekunden.
Darf ich die Totalität ohne Brille ansehen?
Ja, aber nur während der Totalität, wenn die Sonne ganz verdeckt ist. Setz die Brille beim ersten Lichtblitz sofort wieder auf.
Was sehe ich 2026 in Deutschland?
Eine partielle Finsternis, bei der du ebenfalls eine Brille nach ISO 12312-2 brauchst. Für die Totalität musst du nach Nordspanien reisen.