In diesem Artikel
Wann man klopft
Der Moment ist immer ähnlich: Man hat etwas Positives gesagt („Ich war noch nie krank“) oder etwas Böses ausgesprochen („Hoffentlich brennt es nie“). Danach klopft man dreimal auf Holz, damit das Schicksal nicht herausgefordert wird. Meist trifft es den Tisch, den Türrahmen oder, im Notfall, den eigenen Kopf.
Das Wort dazu lautet „unberufen“. Wer zu laut über seine Erfolge spricht, könnte ihn „berufen“, also herbeirufen. Das Klopfen macht diesen Fehler ungeschehen.
Woher kommt der Brauch?
Es gibt mehrere beliebte Deutungen. Eine verweist auf alte Baumkulte: Bäume galten als Wohnsitz von Geistern, und wer an ihnen klopfte, bat oder dankte. Eine andere sieht im Holz das Kreuz Christi, an dem man Schutz sucht. Eine dritte erinnert an Kinderspiele, bei denen ein Baum als Zufluchtsort galt.
Welche stimmt, weiß niemand. Wahrscheinlich liegt der Reiz einfach in der Geste: Sie ist kurz, handfest und verbindet das Gesprochene mit etwas Materiellem.
Der Spruch dazu
Im deutschsprachigen Raum sagt man häufig „unberufen“ oder „toi, toi, toi“, mehr dazu bei Toi, toi, toi. In Österreich hört man auch „unbeschrien“. Die Formulierungen schwanken, die Geste bleibt gleich.
Auf Englisch heißt es „knock on wood“ oder „touch wood“, und in Italien berührt man dagegen Eisen. Kleine Unterschiede, großer gemeinsamer Kern.
Was zählt als Holz?
Im Prinzip genügt jedes Holz, vom Küchentisch bis zum Türrahmen. Lebendiges Holz wie ein Baum wird manchmal als besonders gut empfunden. Wer gerade in einem Büro mit Kunststofftisch sitzt, klopft an der eigenen Stirn oder tut so, als sei dort Holz.
Das ist eine hübsche Pointe des Aberglaubens: Die Geste ist wichtiger als das Material.
Als Gegenmittel für andere Aberglauben
Auf Holz klopfen ist in der Praxis ein Allzweckmittel. Es beendet das Unheil nach einem zerbrochenen Spiegel, siehe Zerbrochener Spiegel, oder nach einer schwarzen Katze von links, siehe Schwarze Katze. Auch am Freitag dem 13. wird gern geklopft, mehr dazu bei Freitag der 13..
Wer lieber auf ein sichtbares Symbol setzt, kann dazu ein Hufeisen oder ein Kleeblatt in die Tasche stecken. Weitere findest du bei den Glücksbringer.
Nur ein Ritual
Das Klopfen schützt nicht tatsächlich vor Unglück. Es ist ein kleiner Moment der Bescheidenheit, ein Zeichen, dass wir um unsere Verletzlichkeit wissen. In diesem Sinn ist es sogar eine sympathische Geste. Wer es tut, zeigt Demut, und wer es lässt, hat keine Nachteile.
Häufige Fragen
Wie oft klopft man?
Üblich ist dreimal, aber auch einmal reicht manchen.
Warum Holz?
Gedeutet wird es mit alten Baumkulten oder dem Kreuz. Belegt ist keine Erklärung.
Was sagt man dazu?
„Unberufen“, „unbeschrien“ oder „toi, toi, toi“, je nach Region.
Funktioniert es auch auf Kunststoff?
Im Aberglauben nicht, aber die meisten drücken da ein Auge zu.