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Die Regel mit der Richtung
In Deutschland, Österreich und der Schweiz hört man häufig: Kreuzt eine schwarze Katze von links den Weg, bringt das Unglück. Kommt sie von rechts, ist es ein gutes Zeichen. Dazu gibt es die Variante „von oben, von unten“: Wer sie von oben (etwa vom Dach oder vom Zaun) sieht, hat Glück, von unten bedeutet es Pech.
Wie genau gerechnet wird, ist von Person zu Person unterschiedlich. Manche wechseln einfach die Straßenseite, andere bleiben stehen und warten, bis jemand anderes die Stelle überquert hat. Dieses Spielerische ist Teil der Tradition.
Woher kommt das?
Eine verbreitete Erklärung bringt schwarze Katzen mit Hexen in Verbindung. In alten Erzählungen sollen Hexen ihre Gestalt in die einer Katze gewandelt haben oder Katzen als Begleiter gehalten haben. Das hat der Katze über die Jahrhunderte ein düsteres Image verschafft.
Vorsicht ist bei den dramatischen Behauptungen geboten: Dass im Mittelalter massenhaft schwarze Katzen verfolgt oder getötet wurden, wird oft erzählt, ist aber historisch nicht gut belegt. Seriöse Historiker betrachten viele dieser Geschichten als Mythos oder zumindest als stark übertrieben.
Warum sie anderswo Glück bringt
In manchen Regionen, etwa in Großbritannien, gilt eine schwarze Katze als Glücksbringer. Eine verbreitete Geschichte erzählt von Seeleuten, die eine Bordkatze für gutes Wetter und sichere Fahrt hielten. Auch Frauen von Fischern sollen schwarze Katzen zu Hause gehalten haben, damit die Männer heil zurückkehrten. Belegt ist das nicht, aber die Geschichte erklärt, warum der Glaube so lebendig blieb.
Im deutschsprachigen Raum treffen beide Traditionen aufeinander, und das erklärt die Richtungsregel: Es gibt Unglück und Glück zugleich, je nachdem, aus welcher Richtung die Katze kommt.
Was tun, wenn sie den Weg kreuzt?
Wer vorsichtig ist, bleibt kurz stehen, spuckt dreimal über die linke Schulter (im Scherz) oder macht einen kleinen Umweg. Manche nehmen einen Stein mit oder gehen ein paar Schritte rückwärts. Einfacher ist es, die Katze freundlich zu begrüßen. Das wirkt in der Praxis am besten.
Wenn es ein Tier ohne Halsband ist, kann man nachsehen, ob es gechippt ist oder zu jemandem gehört. Das ist nützlicher als jedes Ritual. Aber auch ein beherztes Dreimal-auf-Holz-Klopfen, siehe Auf Holz klopfen, ist eine bewährte Methode.
Ein Wort für die Katzen
Tierheime berichten, dass schwarze Katzen oft länger auf ein neues Zuhause warten. Ob alter Aberglaube dabei eine Rolle spielt, ist nicht sicher. Auch Fotos sind schwierig: Das dunkle Fell zeichnet sich schlecht ab.
Wenn du dir eine Katze wünschst, schau ruhig zuerst bei den schwarzen. Sie sind liebevoll, verspielt und ganz sicher nicht unheimlich. Wer mehr über Glückssymbole lesen möchte, findet sie bei den Glücksbringer.
Aberglaube mit Humor
Das Thema taucht in Redewendungen, Filmen und Kinderliedern auf. Zu Halloween sieht man sie als Dekoration, am Freitag dem 13. gern als Pointe, siehe Freitag der 13.. Alles in allem ist die schwarze Katze eher ein Symbol als eine Gefahr.
Häufige Fragen
Bringt eine schwarze Katze Glück oder Pech?
Das hängt von der Version ab. Von links gilt meist als Unglück, von rechts als Glück, in anderen Ländern ist sie ein Glückssymbol.
Wurden schwarze Katzen im Mittelalter verfolgt?
Das wird oft behauptet, ist aber schlecht belegt und gilt vielen Fachleuten als übertrieben.
Was tun, wenn sie von links kommt?
Einen kleinen Umweg gehen, kurz warten oder dreimal auf Holz klopfen.
Sind schwarze Katzen schwerer zu vermitteln?
Tierheime berichten das häufig. Die genauen Gründe sind aber nicht klar.