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Den Regenschirm nicht in der Wohnung aufspannen

Es regnet, du kommst durch die Tür und willst den nassen Schirm zum Trocknen aufspannen. Oma ruft aus der Küche: „Nicht drinnen!“ Der Aberglaube begleitet viele von uns seit Kindertagen.

GlaubeEin Schirm, der drinnen aufgespannt wird, bringt UnglückPraktischer KernVerletzungsgefahr und Schäden in engen RäumenGegenmittelSchirm sofort zusammenklappen, auf Holz klopfenVerbreitungWeit über den deutschsprachigen Raum hinaus
In diesem Artikel
  1. Eine Regel mit Augenmaß
  2. Eine verbreitete Erklärung
  3. Wie man mit nassen Schirmen umgeht
  4. Und wenn es doch passiert ist?
  5. Mehr als eine Eigenart
  6. Gelassen bleiben

Eine Regel mit Augenmaß

Wer den Schirm in der Wohnung aufklappt, riskiert nach dem Glauben Pech oder Streit. Wie hart die Folgen sind, wird sehr unterschiedlich erzählt: von einem kleinen Missgeschick bis zu schweren Verlusten. Meist wird der Aberglaube eher als freundliche Mahnung gebraucht als als echte Angst.

Auch hier hilft der Alltagsverstand. Ein Schirm kann in engen Räumen Vasen umwerfen, Lampen treffen oder Menschen verletzen. Die Federn sind kräftig, die Spitzen spitz, und das Gewebe tropft auf Teppich und Holzboden.

Eine verbreitete Erklärung

Eine oft genannte Deutung führt den Schirm auf eine Zeit zurück, in der er als Sonnenschutz der Mächtigen diente, etwa in Ägypten, wo man ihn als Schutz für Götter und Herrscher kannte. Wer ihn in einem Raum öffnete, hätte damit den Zorn der Sonne oder der Götter herausgefordert. Die Geschichte ist hübsch, aber nicht gesichert.

Eine andere Erzählung besagt, frühe Schirme mit Metallgestell seien so schwer und gefährlich gewesen, dass man sie nicht im Haus aufspannte. Auch das ist nicht sicher belegt, gibt aber den praktischen Kern gut wieder.

Wie man mit nassen Schirmen umgeht

In Deutschland, Österreich und der Schweiz trocknet man den Schirm am besten im Flur oder im Bad: aufgespannt in der Badewanne oder Dusche, wo Wasser abtropfen kann. Das gilt vielen als Ausweg, weil der Raum klein und das Wasser willkommen ist. Strenge Anhänger des Aberglaubens halten auch das für fragwürdig.

Eine andere Lösung ist, den Schirm vor der Tür auszuschütteln und zusammengeklappt in einen Schirmständer zu stellen. So trocknet er langsam und ohne Risiko für den Aberglauben oder die Möbel.

Und wenn es doch passiert ist?

Wer den Schirm drinnen aufgespannt hat, schließt ihn am besten sofort wieder und klopft dreimal auf Holz, siehe Auf Holz klopfen. Manche gehen einmal mit dem Schirm vor die Tür und kommen neu herein, andere lachen darüber und sagen: „War nur Spaß.“

Wer sich unsicher fühlt, legt einen kleinen Glücksbringer in die Nähe der Tür, etwa ein Hufeisen über dem Eingang, wie bei den Glücksbringer beschrieben.

Mehr als eine Eigenart

Der Aberglaube mit dem Schirm zeigt, wie sehr Haushaltsregeln und Volksglaube miteinander verwoben sind. Aus einer Vorsichtsmaßnahme wird ein Spruch, aus dem Spruch ein Brauch, und am Ende fragt niemand mehr nach dem Grund.

Das gilt ähnlich für Unter der Leiter durchgehen. Auch dort steckt hinter dem Pech ein sehr vernünftiger Gedanke.

Gelassen bleiben

Ein aufgespannter Schirm im Flur macht noch kein Unglück. Wer die Möbel schont und Platz lässt, hat nichts zu befürchten. Wer die Regel gern einhält, tut es aus Gewohnheit und nicht aus Furcht. Beides ist in Ordnung, und das Thema bleibt am Ende ein netter Gesprächsstoff bei Regenwetter.

Häufige Fragen

Warum bringt ein aufgespannter Schirm in der Wohnung Pech?

Eine Deutung verweist auf alte Vorstellungen vom Schirm als Schutz der Mächtigen. Der praktische Kern ist die Verletzungsgefahr.

Wo trocknet man den Schirm?

Im Bad oder Flur, in der Dusche, oder zusammengeklappt im Schirmständer.

Was hilft, wenn es passiert ist?

Den Schirm schließen und dreimal auf Holz klopfen.

Ist der Glaube überall bekannt?

Ja, in dieser oder ähnlicher Form ist er in vielen Ländern verbreitet.

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