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Mit Wasser anstoßen: warum viele davon abraten

Prosit, Zum Wohl, Gläser hoch: Doch wer nur ein Glas Wasser in der Hand hält, erntet oft einen Blick. Mit Wasser anzustoßen, gilt in Gesellschaft als ungünstig. Woher der Glaube kommt, ist spannender, als man denkt.

GlaubeWer mit Wasser anstößt, riskiert PechFolge (Scherz)Unglück, Ärger oder Tod eines Menschen aus der RundeAlternativeSaft, Limonade, alkoholfreier SektVerbreitungDeutschland, Österreich, Schweiz, auch darüber hinaus
In diesem Artikel
  1. Die Regel im Alltag
  2. Eine verbreitete Erklärung
  3. Was Menschen heute tun
  4. Was tun, wenn es doch passiert ist?
  5. Respekt für alle Gäste
  6. Ein Hinweis zum Schluss

Die Regel im Alltag

Auf Feiern erlebt man es oft: Wer nicht trinken möchte oder muss, steht mit einem Glas Wasser da, und jemand sagt halb im Scherz: „Mit Wasser stößt man nicht an.“ Der Satz wird mal gelächelt, mal ernster gemeint. Als Aberglaube steht er in einer Reihe mit dem Blickkontakt beim Prosit, mehr dazu bei In die Augen schauen.

Die Folgen, die dem Anstoßen mit Wasser nachgesagt werden, reichen vom allgemeinen Pech bis zu drastischen Warnungen. In der Praxis hört man sie meist als Neckerei, nicht als echte Drohung.

Eine verbreitete Erklärung

Eine häufig erzählte Deutung verweist auf die Antike: Wasser galt als Getränk der Toten oder des Totenreichs, etwa im Bild des Flusses, der in die Unterwelt führt. Wer mit Wasser anstößt, würde demnach Tote beschwören oder ihnen zuprosten. Ob das wirklich der Ursprung ist, lässt sich nicht beweisen, es bleibt eine Geschichte.

Eine zweite, nüchterne Möglichkeit: Ein Prost ist ein Zeichen von Festlichkeit und Wohlstand. Wasser galt früher als Alltagsgetränk, nicht als Festtrunk. Das passt dazu, dass man sich den Wein oder das Bier für besondere Momente aufhob.

Was Menschen heute tun

Wer nicht trinkt, stößt heute meist mit Saft, Schorle, Limonade oder alkoholfreiem Sekt an. In Gaststätten und auf Feiern findet man dafür fast immer eine Auswahl. Manche Gastgeber stellen für Fahrer und Schwangere eigens eine Karaffe mit gefärbtem Getränk bereit, damit niemand auffällt.

Andere nehmen das Thema locker und sagen: „Wasser zählt nur, wenn es Sprudel ist.“ Das ist natürlich ein Witz, zeigt aber, wie flexibel der Aberglaube im Alltag gehandhabt wird.

Was tun, wenn es doch passiert ist?

Ein bekanntes Gegenmittel ist, kurz mit einem anderen Getränk nachzustoßen, am besten mit einem Schluck aus dem richtigen Glas. Alternativ klopft man dreimal auf Holz, siehe Auf Holz klopfen, oder sagt im Scherz ein Toi, toi, toi, mehr unter Toi, toi, toi.

Wer den Streit vermeiden will, stößt zuerst mit der Gruppe an und trinkt dann sein Wasser. So bleibt die Stimmung gelöst und niemand muss sich erklären.

Respekt für alle Gäste

Wichtig ist, dass der Brauch niemanden unter Druck setzt. Wer keinen Alkohol trinkt, aus gesundheitlichen, religiösen oder persönlichen Gründen, hat jedes Recht, ein beliebiges Getränk zu wählen. Als Gastgeber lohnt sich, das Thema nicht aufzubauschen.

In vielen Kreisen gilt die Regel längst als überholt. Wer mit einem Lächeln anstößt, zeigt Verbundenheit, unabhängig davon, was im Glas ist.

Ein Hinweis zum Schluss

Auch dieser Aberglaube ist Volksglaube. Er verrät etwas über die Bedeutung, die wir dem gemeinsamen Anstoßen geben, aber er hat keine reale Wirkung. Wer sich an der Idee freut, kann sie weitergeben, und wer lieber Wasser trinkt, tut es einfach. Beides bleibt ein Teil des Abends, und weitere kleine Bräuche findest du bei den Glücksbringer.

Häufige Fragen

Warum soll man nicht mit Wasser anstoßen?

Eine verbreitete Erklärung verbindet Wasser mit dem Totenreich der Antike. Belegt ist das nicht.

Womit stößt man stattdessen an?

Mit Saft, Schorle, Limonade oder alkoholfreiem Sekt.

Ist der Glaube verbindlich?

Nein. Er wird meist scherzhaft gebraucht und niemand muss sich danach richten.

Was hilft, wenn man es doch getan hat?

Noch einmal mit einem anderen Getränk anstoßen oder dreimal auf Holz klopfen.

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