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Eine Geste, die man hört
Anders als beim Fingerkreuzen steckt man beim Daumendrücken den Daumen in die Faust und hält sie fest geschlossen, solange der andere seine Aufgabe erledigt. Sagen kann man es auch ohne Handbewegung: „Ich drück dir die Daumen“ reicht. Auch das Gegenüber schaut oft kurz auf die Hand.
Der Satz ist so selbstverständlich, dass wir kaum darüber nachdenken. Dabei ist er ein hübsches Beispiel für eine Redensart, die auf eine körperliche Geste zurückgeht.
Woher kommt der Brauch?
Eine verbreitete Deutung führt die Geste auf den Volksglauben zurück, dass der Daumen eine besondere Kraft hat. Man glaubte, ihn in der Faust einzuschließen, halte Unheil fern oder binde das Gute fest. Eine zweite Erklärung verweist auf das römische Gladiatorenspiel, wo der Daumen über Leben und Tod entschieden haben soll. Letzteres ist umstritten, weil die Quellen nicht klar sind, wie der Daumen tatsächlich gehalten wurde.
Sicher ist nur, dass die Redensart seit längerer Zeit im Deutschen verbreitet ist. Mehr lässt sich nicht gesichert sagen.
Wo man die Daumen drückt
In Deutschland, Österreich und der Schweiz gehört die Wendung zum täglichen Sprachgebrauch. In Österreich kann man auch die Daumen „halten“ hören, in der Schweiz ist die Wendung ebenso üblich. Im Englischen kreuzt man dagegen die Finger („fingers crossed“), und die Franzosen halten den Daumen ebenso wie wir.
Interessant ist, dass sich Sportfans und Eltern am häufigsten darauf berufen. Auch im Büro, am Telefon und per Nachricht wird der Wunsch weitergegeben, oft mit einem Daumen-Emoji.
So machst du es richtig
Wer die Daumen drückt, tut das still, mit der Faust in der Tasche oder unter dem Tisch. Nachdem die Prüfung vorbei ist, löst man die Hand. Manche drücken auch beide Daumen, andere nur einen, und niemand streitet darüber.
Wer wirklich helfen will, kann zusätzlich einen kleinen Glücksbringer überreichen, etwa ein Kleeblatt. Mehr Ideen finden sich bei den Glücksbringer. Und vor einem Auftritt passt ein Toi, toi, toi, mehr unter Toi, toi, toi.
Zusammen mit anderen Bräuchen
Daumendrücken verträgt sich mit den meisten Aberglauben. Man kann gleichzeitig auf Holz klopfen, siehe Auf Holz klopfen, und die Daumen drücken. Beides zusammen gilt für manche als doppelte Sicherheit.
Der Vorteil des Daumendrückens: Es ist nie falsch. Es kostet nichts, schadet niemandem und zeigt dem anderen, dass jemand an ihn denkt.
Mehr Geste als Zauber
Ob der Daumen in der Faust etwas bewirkt, lässt sich nicht beweisen. Was er sicher bewirkt, ist Nähe. Wer weiß, dass jemand die Daumen drückt, fühlt sich getragen, und das ist ein echter Effekt, auch ohne Magie.
Häufige Fragen
Was bedeutet „Daumen drücken“?
Dem anderen Glück wünschen, indem man den Daumen in die Faust schließt.
Woher kommt die Geste?
Aus dem Volksglauben um die Kraft des Daumens. Eine Verbindung zu römischen Gladiatoren ist umstritten.
Was macht man im Englischen?
Dort kreuzt man die Finger („fingers crossed“).
Muss ich die Hand wirklich drücken?
Nein, der Satz allein genügt, die Geste ist eine nette Zugabe.