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Ein Wunsch, kein Dank
Im deutschsprachigen Raum sagt man „Toi, toi, toi“ vor Premieren, Konzerten, Prüfungen und sportlichen Wettkämpfen. Typisch ist die Regel, dass man sich dafür nicht bedankt. Ein „Danke“ gilt als Zeichen, das Glück vorwegzunehmen, und könnte es verscheuchen. Man antwortet höchstens mit „Toi, toi, toi“ zurück oder gar nicht.
Unter Theaterleuten ist das fast eine Pflicht. Wer dagegen verstößt, muss, so die Legende, den Raum verlassen, sich um die eigene Achse drehen und den Raum erneut betreten.
Woher kommt der Ausdruck?
Eine verbreitete Erklärung sieht in „Toi, toi, toi“ die Nachahmung des Spuckens. Man spuckte früher dreimal aus, um böse Geister oder den Neid abzuwehren, und der Laut soll dem „Tfu, tfu, tfu“ entsprechen. Dass man dabei nur andeutet zu spucken, ist heute der Regelfall: Man macht den Laut und hält den Mund zu.
Verbunden wird der Brauch auch mit dem Aberglauben, dass Lob oder gute Wünsche Neid wecken können, den man mit dem Ausspucken verscheuchen müsse. Das erklärt, warum das Spucken über die Schulter bei anderen Glaubenssätzen ebenfalls auftaucht. Die genaue Herkunft des Wortes bleibt jedoch unklar.
Hals- und Beinbruch
Ein zweiter bekannter Wunsch lautet „Hals- und Beinbruch“. Er klingt bedrohlich, ist aber freundlich gemeint, denn ein direkt ausgesprochenes „Viel Glück“ könnte das Schicksal herausfordern. Man wünscht deshalb das Gegenteil, damit das Gute eintrifft.
Eine beliebte Deutung führt den Ausdruck auf das Jiddische oder Hebräische zurück: „hatslokhe un brokhe“ bedeute Erfolg und Segen und sei im Deutschen zu „Hals- und Beinbruch“ verballhornt worden. Diese Theorie ist umstritten. Andere Erklärungen verweisen auf Pferdesport oder Fliegersprache. Gesichert ist keine.
Regionale Feinheiten
In Österreich und der Schweiz sind „Toi, toi, toi“ und „Hals- und Beinbruch“ ebenso geläufig. Bei Prüfungen drückt man in vielen Gegenden einfach die Daumen, mehr dazu bei Daumen drücken.
Wer mit dem Wort aufwächst, nutzt es in der Regel automatisch. Wer neu in der Sprache ist, wird es schnell auch im Alltag hören: vor dem Vorstellungsgespräch, dem Marathon und der Führerscheinprüfung.
So setzt du es ein
Wünsche „Toi, toi, toi“ kurz und leise, am besten mit einem Lächeln. Dazu kannst du dreimal auf Holz klopfen, siehe Auf Holz klopfen, oder einen kleinen Glücksbringer überreichen, etwa ein Kleeblatt oder ein Hufeisen. Mehr Ideen stehen bei den Glücksbringer.
Wenn dir jemand „Toi, toi, toi“ wünscht, ist die beste Antwort ein Schmunzeln. Und wenn du doch „Danke“ gesagt hast, lässt sich das mit einem lockeren Dreimal-auf-Holz-Klopfen retten.
Nur ein freundlicher Brauch
Ob es nun um Theater, Prüfung oder Sport geht: Der Wunsch bleibt ein kleines Ritual. Er kann Mut machen, mehr aber nicht. Wer gut vorbereitet ist, hat das beste Glück bereits in der Tasche.
Häufige Fragen
Wofür steht Toi, toi, toi?
Für „Viel Glück“, vor allem vor Auftritten und Prüfungen. Der Ausdruck wird häufig mit dreimaligem Spucken gegen Neid verbunden.
Darf man sich bedanken?
Nach altem Brauch nicht, weil das Glück sonst weichen könnte.
Woher kommt Hals- und Beinbruch?
Eine bekannte Deutung führt den Ausdruck auf jiddisch-hebräisch „hatslokhe un brokhe“ zurück, doch sie ist umstritten.
Gilt das auch in Österreich und der Schweiz?
Ja, beide Wünsche sind im ganzen deutschsprachigen Raum geläufig.