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Der zerbrochene Spiegel: sieben Jahre Pech?

Ein Klirren im Bad, ein Riss im Glas, und plötzlich steht die Frage im Raum: Was nun? Der Spiegel gehört zu den ältesten Unglückssymbolen, und die Zahl sieben begleitet ihn überall.

GlaubeEin zerbrochener Spiegel bringt sieben Jahre UnglückVerbreitungGanz Europa und darüber hinausGegenmittelScherben vorsichtig entsorgen, ggf. Stück vergraben oder bei Mondlicht ansehenPraktischer KernScherben sind verletzungsgefährlich
In diesem Artikel
  1. Warum gerade sieben Jahre?
  2. Der Spiegel als besonderes Ding
  3. Was Menschen heute tun
  4. Wichtig: Scherben sind kein Glücksbringer
  5. Mit Gelassenheit reagieren
  6. Ein kurzer Blick auf die Wissenschaft

Warum gerade sieben Jahre?

Die Zahl sieben gilt in vielen Kulturen als bedeutungsvoll, und sieben Jahre sind eine Spanne, die lang genug klingt, um zu schrecken. Eine verbreitete Erklärung führt die Idee auf antike Vorstellungen zurück, nach denen sich das Leben alle sieben Jahre erneuere. Der Spiegel galt zugleich als Abbild der Seele, und ein zerstörtes Abbild konnte so für Unglück stehen.

Ob das wirklich der Anfang war, wissen wir nicht. Fest steht, dass Spiegel früher kostbar waren. Wer einen zerbrach, hatte nicht nur ein Symbol verloren, sondern auch Geld.

Der Spiegel als besonderes Ding

Spiegel hatten über lange Zeit etwas Magisches. Man deckte sie in Trauerhäusern ab, damit die Seele nicht darin hängen bleibt, und in manchen Gegenden verhängte man sie bei Gewitter. Solche Bräuche sind regional und heute selten, aber sie erklären, warum ein Bruch als Zeichen gesehen wurde.

Auch in Märchen spielen Spiegel eine Rolle, vom sprechenden Spiegel der bösen Königin bis zu Schneewittchen. Das hat das Bild des geheimnisvollen Glases noch verstärkt.

Was Menschen heute tun

Wer einen Spiegel zerbricht, kehrt die Scherben meist zuerst vorsichtig zusammen und denkt dann, wenn überhaupt, an den Aberglauben. Für ein schnelles Gegenmittel gibt es mehrere Rezepte: Manche vergraben die Scherben im Garten, andere werfen die Stücke in fließendes Wasser, wieder andere legen sie bei Vollmond ins Licht.

Am häufigsten hört man den einfachen Rat, dreimal auf Holz zu klopfen, wie bei Auf Holz klopfen beschrieben, und die Sache dann zu vergessen. Das ist praktisch und kostet nichts.

Wichtig: Scherben sind kein Glücksbringer

Bei Porzellan gilt der Spruch „Scherben bringen Glück“, doch bei Spiegeln und Glas ist das ausdrücklich nicht so. Das hat auch einen Sinn: Spiegelscherben sind scharf und gefährlich. Auf dem Polterabend wirft man deshalb Porzellan und Keramik, aber niemals Glas oder Spiegel. Mehr dazu findest du bei Scherben bringen Glück.

Wer Spiegelscherben aufräumt, nimmt Handschuhe, einen Besen mit Kehrschaufel und feuchtes Küchenpapier für kleine Splitter. Dann in Zeitungspapier einschlagen und im Restmüll entsorgen, deutlich beschriftet für die Müllabfuhr.

Mit Gelassenheit reagieren

Ein zerbrochener Spiegel ist vor allem ein Ärgernis, und eine Erinnerung daran, behutsamer zu sein. Der Aberglaube hat dabei fast etwas Tröstliches: Er gibt dem Missgeschick eine Bedeutung und zugleich einen Ausweg. Wer lächelt und weitermacht, hat bereits das beste Gegenmittel gefunden.

Wer mag, stellt einen kleinen Glücksbringer dazu, etwa ein Kleeblatt oder ein Hufeisen. Mehr Ideen stehen bei den Glücksbringer.

Ein kurzer Blick auf die Wissenschaft

Es gibt keinen Beleg, dass ein Spiegelbruch irgendetwas beeinflusst. Wenn danach etwas schiefgeht, liegt das meist am Zufall oder an der Aufmerksamkeit: Wer schon besorgt ist, bemerkt Missgeschicke eher. Das ist der Grund, warum Aberglaube sich so hartnäckig hält. Er bestätigt sich selbst.

Häufige Fragen

Warum sieben Jahre Pech?

Eine verbreitete Erklärung nennt die Idee, dass sich das Leben alle sieben Jahre erneuere. Belegt ist das nicht.

Was tun nach einem Spiegelbruch?

Scherben sicher entsorgen, auf Holz klopfen und gelassen bleiben. Manche vergraben die Scherben.

Bringen Spiegelscherben Glück?

Nein. Der Spruch gilt nur für Porzellan, und selbst dort ist er Brauchtum.

Wie räumt man Scherben sicher auf?

Mit Handschuhen, Besen und feuchtem Papier, dann gut eingewickelt in den Restmüll.

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